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Flaschengewinde & Pumpspender: Normen & Grössen

Von Philipp Jenny · Aktualisiert am 30. October 2026 · Lesezeit ca. 10 Minuten Alle Quellen ↓

Zusammenfassung

Flaschengewinde definieren den mechanischen Halt von Verschlüssen. Internationale Normensysteme wie GPI (ein US-Verbandsstandard für Glasmündungen) oder die deutsche DIN-Norm (ein Standard für Rundgewinde) strukturieren diese Masse. So finden Einkäufer den passenden Pumpspender oder Schraubdeckel für ihre Verpackung, ohne aufwendige Eigenmessungen durchzuführen.

Unser Autor betreut seit vielen Jahren B2B-Verpackungsprojekte und gleicht die Kompatibilität von Verschlüssen direkt mit den offiziellen Massvorgaben der GPI- und DIN-Standards ab, um fundierte Empfehlungen für Abfüller auszusprechen.

Nahaufnahme einer transparenten Flaschenmündung mit blauem Sicherungsring vor einer hellblauen technischen CAD-Zeichnung eines Flaschenhalses und Gewindediagramms zur Veranschaulichung von Gewindenormen.
Nahaufnahme einer transparenten Flaschenmündung mit blauem Sicherungsring vor einer hellblauen technischen CAD-Zeichnung eines Flaschenhalses und Gewindediagramms zur Veranschaulichung von Gewindenormen.

Flaschengewinde bestimmen

Ein Flaschengewinde ist das standardisierte Profil am Flaschenhals, das den mechanischen Halt und den bündigen Sitz von Schraubverschlüssen und Pumpspendern ermöglicht. Die Rillen am Flaschenhals folgen festen Standards, die den genauen Durchmesser und die Steigung vorgeben. Wer diese Masse genau kennt, vermeidet teure Fehlkäufe bei der Beschaffung von Flaschen und Zubehör.

Die Rillen am Flaschenhals folgen festen Standards, die Durchmesser und Steigung vorgeben.
Drei transparente Glasflaschen mit unterschiedlichen Durchmessern und markanten blauen Schraubverschlüssen zur Veranschaulichung von Flaschengewinden und GPI-Normen.

Ein häufiger Fehler ist, Gewinde nur nach Augenmass zu beurteilen. Das führt in der Praxis dazu, dass Verschlüsse überspringen oder klemmen. Die nordamerikanische GPI-Norm (Glass Packaging Institute) liefert hier klare Vorgaben für Glasbehälter. Sie definiert exakte Profile, damit Komponenten herstellerübergreifend mechanisch passen.

Die folgende Übersicht zeigt gängige Gewindebezeichnungen aus unserem Sortiment und ihre typischen Einsatzbereiche. Die Codes in der Tabelle bezeichnen spezifische Normen: DIN18 steht für ein gängiges Tropfergewinde, während DIN32E einen Standard für robustere Chemieverschlüsse markiert. Diese Bezeichnungen helfen Ihnen, direkt die passende Kategorie im Shop zu filtern.

Gewindebezeichnung Typische Anwendung Passende Verschlussarten
18/410 Kosmetik, Seren Tropfer, kleine Pumpspender
24/410 Lotionen, Seifen Standard-Pumpspender, Disc-Top
DIN18 Ätherische Öle, Pharma Tropfeinsätze, Pipetten
DIN32E Chemie, Reinigung Schraubverschlüsse (kindersicher nur bei geprüfter Kombination)

Die Wahl der passenden Verschlussart hängt direkt von der Gewindebezeichnung ab.

Einfluss des Materials

Glas und Kunststoff können sich bei der Fertigung unterschiedlich verhalten: Je nach Fertigungsverfahren und Spezifikation weisen Glasmündungen mitunter grössere Toleranzen auf als gespritzte Kunststoffgewinde. Ob ein Schraubverschluss für eine Glasflasche eine andere Dichtungseinlage benötigt als auf einer PET-Flasche mit demselben Gewinde, muss für die konkrete Kombination geprüft werden.

Die mechanische Passung allein reicht nicht aus, um das System abzudichten. Entscheidend für den Einkauf ist daher, das Material der Flasche und die Viskosität des Füllguts von Beginn an in die Verschlusswahl einzubeziehen. Ein Tropfereinsatz für ätherische Öle stellt andere Anforderungen an die Gewindetiefe als ein grosser Pumpspender für Seife.

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Bedeutung von 24/410

Die Bezeichnung 24/410 benennt zwei entscheidende Masse für Verschlüsse. Bei 24/410 bezeichnet „24" den nominalen Durchmesser und „410" die Ausführung des Neck Finish. Die exakten Masse ergeben sich aus der jeweiligen Spezifikation oder Herstellerzeichnung. Diese Kombination bildet die Grundlage für jede Bestellung.

  • Durchmesser (24): Das T-Mass misst den äusseren Rand der Gewindegänge.
  • Ausführung (410): Diese Nummer legt Steigung, Gewindetiefe und den Ansatzpunkt fest.
  • Materialnorm: Massgebend ist die konkrete Spezifikation oder Herstellerzeichnung – SPI- und GPI-Systeme dienen dabei häufig als Orientierung für Kunststoff- beziehungsweise Glasgewinde, nicht als pauschale Zuordnung.
Das T-Mass und das E-Mass sind die wichtigsten Kennzahlen zur Bestimmung des Gewindes.
Das T-Mass und das E-Mass sind die wichtigsten Kennzahlen zur Bestimmung des Gewindes.

Jede Finish-Nummer steht für ein eigenes Profil. Eine allgemeingültige Windungszahl lässt sich daraus nicht ableiten. Die Normbezeichnung weist auf eine grundsätzliche Zuordnung zwischen einem 24/410-Deckel und einem 24/410-Hals hin, garantiert jedoch weder Passform noch Dichtheit.

Ob die Kombination dicht hält, hängt von weiteren Faktoren ab. Die 410er-Serie ist besonders in der Kosmetikindustrie verbreitet, da sie genügend Halt für Spenderköpfe bietet, ohne den Flaschenhals unnötig zu verlängern. Wer diese Logik versteht, kann Verschlüsse gezielt nach den Anforderungen seines Produkts filtern und Fehlbestellungen reduzieren.

Ein typischer Stolperstein ist die Annahme, die zweite Zahl stehe für die Gewindegänge. Das führt dazu, dass Käufer falsche Dichtungen wählen. Tatsächlich beschreibt der Finish ein komplettes, genormtes Profil.

Ein 28/400-Gewinde hat beispielsweise eine andere Steigung und weniger Gewindegänge als ein 28/410-Gewinde. Das gleiche Prinzip gilt für die Grösse 24/410: Versucht man, einen 410er-Pumpspender auf eine Flasche mit abweichendem Finish zu schrauben, greift das Gewinde nicht vollständig. Der Spender sitzt schief oder überdreht beim Festziehen. Dies führt oft zu Leckagen beim Transport. Achten Sie daher bei der Bestellung auf die exakte Übereinstimmung beider Zahlen, um einen festen Halt zu erreichen. Die zweite Zahl ist somit genauso wichtig wie der Durchmesser.

Gewinde richtig messen

Um das Gewinde einer Glasflasche zu bestimmen, benötigen Sie einen Messschieber. Sie ermitteln das T-Mass (den Aussendurchmesser über dem Gewinde) und das E-Mass (den Durchmesser unterhalb des Gewindes). Diese beiden Werte gleichen Sie anschliessend mit den offiziellen Normtabellen ab, um die korrekte Grösse für Glasflaschen zu finden.

Viele übersehen dabei, dass sie am falschen Punkt ansetzen. Das führt zu verfälschten Werten und unpassenden Deckeln. Messen Sie an der breitesten und der schmalsten Stelle des Gewindegangs.

  1. T-Mass ermitteln: Setzen Sie den Messschieber aussen an den Gewindegängen an.
  2. E-Mass messen: Messen Sie den Durchmesser am Flaschenhals, direkt zwischen den Rillen.
  3. Werte abgleichen: Vergleichen Sie die Millimeter-Angaben mit den Vorgaben der GPI-Dokumentation.
Ein metallischer Messschieber misst waagerecht den äusseren Durchmesser (T-Mass) an den Gewindegängen einer klaren Glasflasche.
Gewinde richtig messen: Setzen Sie den Messschieber exakt waagerecht außen an den Gewindegängen an, um das T-Mass (den Aussendurchmesser) präzise zu ermitteln.

Die Gewindetiefe entspricht ungefähr der halben Differenz zwischen T-Mass und E-Mass — (T − E) ÷ 2 —, da sich der Unterschied auf beide Seiten des Gewindes verteilt. Ist diese Tiefe zu gering, rutscht der Deckel beim Zudrehen über die Rillen. Ein präzises Messergebnis ist daher die Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Verschluss. Wenn Sie eine bestehende Flasche nachmessen, notieren Sie auch die Höhe des Halses, da diese den Sitz von Kappen und Übersteckdeckeln beeinflusst. Ein zu kurzer Hals blockiert den Pumpmechanismus, bevor das Gewinde greift.

Achten Sie darauf, den Messschieber exakt waagerecht anzusetzen. Ein schräges Anlegen verfälscht das T-Mass um entscheidende Millimeterbruchteile. Führen Sie die Messung an zwei um 90 Grad versetzten Stellen durch, da Glasflaschen produktionsbedingt leicht oval sein können. Notieren Sie dabei den kleinsten und den grössten gemessenen Durchmesser, statt einen Mittelwert zu bilden — für die Passform sind beide Werte massgeblich.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Flasche ein 28/410 oder ein 28/400 Gewinde besitzt, hilft oft ein Blick auf die Gewindegänge: Die 410er-Serie hat in der Regel mehr Umdrehungen als die 400er-Serie. Ein präzises Messergebnis bewahrt Sie davor, hunderte unpassende Verschlüsse zu ordern.

Normen im Überblick

Neben den US-Systemen existieren internationale Standards wie die DIN 168-1:1998-04 (eine deutsche Norm für Glasbehältnisse) sowie die ASTM D2911/D2911M-16 (ein US-Standard für Kunststoffflaschen). Jede Norm für Flaschengewinde fokussiert sich auf bestimmte Materialien und Einsatzbereiche, um die Kompatibilität von Kunststoffflaschen und Glasbehältern zu regeln.

Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass eine einzige globale Richtlinie existiert. Wer das glaubt, bestellt oft Verschlüsse, die im lokalen Markt nicht verfügbar sind. Für Kosmetik und Pharma gelten spezifische Vorgaben, die sich von reinen Industrieanwendungen unterscheiden.

Die folgende Übersicht vergleicht die wichtigsten Standards für Kosmetik- und Pharmaverpackungen.

Norm Materialfokus Anwendungsbereich
DIN 168-1:1998-04 Glas Kosmetik, Lebensmittel, Pharma
ASTM D2911/D2911M-16 Kunststoff Flaschenmündungen für Schraubverschlüsse
SPI-System Kunststoff Kosmetik, Reinigungsmittel

Die Wahl der Norm richtet sich nach dem Material und dem Zielmarkt des Produkts.

Diese Standards schliessen Laborglaswaren explizit aus. Sie konzentrieren sich auf kommerzielle Verpackungen, bei denen Toleranzen für die maschinelle Abfüllung entscheidend sind. Die ASTM D2911 definiert beispielsweise exakte Vorgaben für Kunststoffmündungen, die sich von den Glasnormen unterscheiden. Wer seine Verpackung plant, sollte die Normvorgaben des Zielmarktes frühzeitig prüfen.

Die Einhaltung dieser Normen erleichtert die Auswahl zwischen verschiedenen Lieferanten. Bei jedem Lieferantenwechsel sollten Passform, Funktion und Dichtigkeit erneut geprüft werden.

Bei Kunststoffflaschen nach ASTM D2911 ist das Materialverhalten entscheidend: PET schrumpft nach dem Spritzguss anders als HDPE. Die Norm berücksichtigt diese materialspezifischen Schwindungsprozesse, sodass der Verschluss auch nach der Auskühlphase der Flasche noch bündig sitzt. Prüfen Sie daher bei jedem Lieferantenwechsel, ob die neuen Komponenten denselben Normvorgaben entsprechen.

Passende Spender wählen

Ein Pumpspender muss exakt zum Flaschengewinde der gewählten Verpackung passen. Für einen Pumpspender in der Kosmetik bedeutet das in der Praxis meist ein 24/410 oder 28/410 Profil. Die Mechanik der Dispenserpumpen erfordert einen festen Sitz, damit beim Pumpen kein Druck entweicht und das System im Alltag reibungslos funktioniert.

Die Wahl des Spenders richtet sich nach der Viskosität des Produkts und der Stabilität des Flaschenhalses.
Die Wahl des Spenders richtet sich nach der Viskosität des Produkts und der Stabilität des Flaschenhalses.

In der Praxis zeigt sich oft, dass Anwender nur auf den Durchmesser achten. Das führt dazu, dass der Spender wackelt oder sich nicht vollständig aufschrauben lässt. Ein 24/410 Spender benötigt eine Flasche mit einem 410er Finish gemäss der jeweils massgeblichen Spezifikation.

Prüfen Sie vor der Bestellung, ob die Gewindetiefe des Spenders zur Flaschenmündung passt. Ein zu kurzes Gewinde am Hals lässt den Spender überdrehen. Besonders bei hochviskosen Füllgütern wie Cremes oder Gelen entsteht beim Pumpen ein starker Zug.

Viskosität und Stabilität

Sitzt der Verschluss hier nicht bündig, zieht das System Luft und die Dosierung bricht ab. Die Wahl des Spenders richtet sich daher nach der Viskosität des Produkts und der Stabilität des Flaschenhalses. Ein massiver Glashals verträgt höhere Drehmomente als eine dünnwandige PET-Flasche, die sich verformen könnte.

Zusätzlich spielt die Ausbringungsmenge (Dosierung pro Hub) für den Endkunden eine wichtige Rolle. Ein grosser Spenderkopf auf einer kleinen Flasche wirkt nicht nur unproportioniert, sondern kann die leichte Flasche beim Drücken auch zum Kippen bringen.

Achten Sie darauf, dass der Spenderkopf im verriegelten Zustand nicht auf der Flaschenschulter aufsitzt. Ein ausreichender Abstand zwischen Pumpenkopf und Flaschenkörper ist erforderlich, damit der Mechanismus beim ersten Öffnen problemlos entriegelt werden kann. Messen Sie diese Distanz vorab genau aus, um spätere Überraschungen in der Anwendung zu vermeiden.

Steigrohr abstimmen

Die Funktion einer dispenserpumpe hängt massgeblich vom passenden Steigrohr ab. Ist dieses Rohr zu kurz, bleibt ein teurer Rest des Produkts in der Flasche zurück. Eine genaue Abstimmung der Rohrlänge für den jeweiligen Pumpspender vor der Musterbestellung spart spätere Anpassungskosten und verbessert das Nutzererlebnis.

Ein zu langes Rohr knickt am Flaschenboden schnell ab. Dadurch blockiert die Öffnung, und die Pumpe zieht kein Füllgut mehr an. Die Steigrohrlänge wird auf Flaschenhöhe, Bodenform und Pumpengeometrie abgestimmt. Je nach System wird das Rohr mit definiertem Abstand oder leicht schräg zugeschnitten.

Die Messung erfolgt ab der Dichtung im Pumpenkopf bis zur Spitze des Rohrs. Bei gewölbten Flaschenböden empfiehlt sich ein schräger Anschnitt, damit sich das Rohr nicht festsaugt.

Einfluss der Flaschenform

Testen Sie die Länge direkt mit der finalen Flasche, da bereits kleine Abweichungen in der Glasdicke das Volumen und die Innenhöhe verändern. Ein gut abgestimmtes Rohr maximiert die Restentleerbarkeit und verbessert das Nutzererlebnis deutlich. Viele Hersteller bieten den Zuschnitt als Service an, sofern die genauen Masse der Zielflasche vorliegen.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass Flaschen mit gleichem Nennvolumen auch die gleiche Innenhöhe aufweisen. Eine 250ml-Flasche in zylindrischer Form erfordert ein deutlich längeres Steigrohr als eine bauchige 250ml-Flasche. Auch das Material beeinflusst die Innenmasse: Glasflaschen haben oft einen dickeren Boden als PET-Flaschen, wodurch sich die nutzbare Innenhöhe verringert.

Bestellen Sie daher besser keine Standardlängen auf Verdacht, sondern messen Sie die exakte Distanz vom Flaschenhals bis zum tiefsten Punkt des Bodens aus. Berücksichtigen Sie dabei auch die Eintauchtiefe des Pumpengehäuses selbst, um ein passgenaues Ergebnis zu erzielen.

Dichtigkeit prüfen

Ein passendes Flaschengewinde bedeutet noch nicht, dass ein Pumpverschluss oder Schraubverschluss in der Praxis keine Flüssigkeit durchlässt. Die reine mechanische Kompatibilität ist nur der erste Schritt. Um die Dichtheit von Schraubverschlüssen unter den vorgesehenen Bedingungen zu prüfen, sind physische Tests mit dem originalen Füllgut unter realen Bedingungen unbedingt nötig.

Das blinde Vertrauen auf Datenblätter rächt sich oft beim Versand. Wenn Flaschen im Paket auslaufen, liegt das meist an fehlenden Praxistests. Eine passende Gewindenorm allein sagt nichts über die Dichtigkeit aus. Füllgut, Drehmoment, Dichtung, Flaschenmündung, Steigrohr, Temperatur und Transport müssen im konkreten Fall getestet werden – zum Beispiel mit folgenden möglichen Prüfverfahren:

  • Drehmoment prüfen: Der Verschluss muss mit der vom Hersteller vorgegebenen Kraft angezogen werden.
  • Dichtung abstimmen: Die Einlage im Deckel muss chemisch beständig gegen das Füllgut sein.
  • Überkopftest als eine mögliche Methode: Die befüllte Flasche kann liegend gelagert werden, um den Druck auf den Spalt zu simulieren.
Mögliche Praxistests zur Dichtheitsprüfung eines Flaschenverschlusses: Drehmoment-Prüfung mit Drehmomentschlüssel, Überkopftest der liegenden Flasche und Vakuum-/Blasentest im Wasserbad.
Mögliche Praxistests zur Dichtheit: Drehmoment-Prüfung, Überkopftest und Vakuum-/Blasentest im Wasserbad, bei dem Luftblasen ein Leck anzeigen.

Die Toleranzen nach ASTM D2911/D2911M-16 erlauben minimale Abweichungen in der Fertigung. Ob eine geeignete Dichtung diese Spielräume ausgleicht, zeigt sich erst, wenn die Dichtheit unter den vorgesehenen Bedingungen geprüft wird. Führen Sie diese Tests unter realistischen Temperaturbedingungen durch, da sich Kunststoffe bei Wärme ausdehnen und die Dichtigkeit beeinflussen. Ein systematischer Testlauf reduziert das Risiko teurer Rückrufaktionen.

Besonders bei ölhaltigen oder alkoholischen Füllgütern verhalten sich Dichtungen oft unvorhergesehen. Ein EPE-Liner (geschäumtes Polyethylen) dichtet wässrige Lotionen gut ab, kann aber von aggressiven ätherischen Ölen angegriffen werden. Das geeignete Dichtungsmaterial hängt vom Füllgut und den Anwendungsbedingungen ab und muss im konkreten System geprüft werden.

Testen Sie die Flaschen auch unter mechanischer Belastung, indem Sie einen simulierten Paketversand durchführen. Vibrationen und Druckschwankungen im Flugzeug oder LKW können dazu führen, dass sich ein scheinbar fester Verschluss lockert. Dokumentieren Sie das exakte Anzugsdrehmoment, bei dem die Flasche dicht bleibt, ohne dass das Gewinde überspringt.

Fazit

Gewindenormen wie die GPI- oder DIN-Standards definieren den mechanischen Halt und strukturieren die Massvorgaben für Flaschengewinde und Verschlüsse. Ein passendes Profil bedeutet jedoch nicht automatisch Dichtigkeit. Da Fertigungstoleranzen und Materialeigenschaften mitspielen, bleibt die Kompatibilität auf dem Papier nur ein Richtwert. Die Kombination aus Flasche, Pumpe und Füllgut erfordert im konkreten Fall physische Tests. Die Eignung und Dichtheit müssen immer mit der konkreten Kombination aus Flasche, Verschluss, Dichtung und Füllgut geprüft werden.

Autorenfazit

In meiner täglichen Arbeit mit Verpackungsprojekten sehe ich oft, dass Kunden sich blind auf die Bezeichnung der Flaschengewinde verlassen. Mein Rat: Verlassen Sie sich besonders bei niedrigviskosen Flüssigkeiten wie Seren oder wässrigen Lösungen nicht nur auf Datenblätter. Wasser sucht sich seinen Weg durch die kleinste Toleranzabweichung, die bei einer zähen Creme völlig unproblematisch wäre.

Bestellen Sie stattdessen Vorabmuster der gewünschten Kombination. Füllen Sie Ihr originales Produkt ab, ziehen Sie den Verschluss mit dem korrekten Drehmoment an und führen Sie beispielsweise einen physischen Überkopftest als eine mögliche Prüfmethode durch. Lassen Sie die Flaschen einige Tage liegen. Erst wenn dieser Test erfolgreich ist, sollten Sie Grossmengen ordern. Dieser kleine Zwischenschritt reduziert das Risiko von Reklamationen und ausgelaufenen Paketen im Versand.

— Philipp Jenny
Geschäftsführer Bottleshop

Muster und Grosshandel

Da sich die Dichtheit einer Gewindekombination nur unter den vorgesehenen Bedingungen im Praxistest prüfen lässt, lohnt es sich, Flasche und Verschluss vorab physisch zu testen. Bei Bottleshop können Sie genau dafür Einzelmuster anfordern, bevor Sie in die Serienproduktion gehen. Sobald Ihre Tests erfolgreich abgeschlossen sind und die Komponenten gut harmonieren, unterstützt Sie unser Großhandel / Wholesale bei der Skalierung. Wir liefern Ihnen die passenden Flaschen und Pumpspender in den benötigten Grossmengen – direkt aus unserem Lager.

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Häufige Fragen

Welche Norm gilt für Flaschengewinde?
Es gibt keine einzelne Norm. Für Kosmetik und Pharma gelten oft DIN 168-1:1998-04 oder ASTM D2911/D2911M-16, während nordamerikanische Systeme auf GPI und SPI basieren. Bei Bottleshop finden Sie Verschlüsse nach all diesen gängigen Standards. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass Flasche und Verschluss derselben Normierungslogik folgen.
Kann ich Pumpspender leer bestellen?
Ja, Pumpspender können separat als Verschlüsse bestellt werden. Wichtig ist, dass das Gewinde und die Steigrohrlänge exakt zur vorgesehenen Flasche passen. Ein Test mit dem eigenen Füllgut wird empfohlen, um die Dichtigkeit und die korrekte Dosierung zu prüfen. So vermeiden Sie, dass das Steigrohr am Boden abknickt oder zu kurz ausfällt.

Weitere Informationen finden Sie hier: Dispenserpumpen.
Was ist der Unterschied zwischen PET- und Glasgewinden?
Glasgewinde und Kunststoffgewinde haben unterschiedliche Toleranzen in der Fertigung; massgebend ist jeweils die konkrete Spezifikation oder Herstellerzeichnung, nicht eine pauschale Zuordnung von GPI zu Glas und SPI zu Kunststoff. Ein 24/410 Verschluss passt meist auf beide, erfordert aber eine Prüfung der Dichtigkeit, da die Dichtungseinlage den Unterschied ausgleichen muss. Glasmündungen sind produktionsbedingt oft etwas runder, während Kunststoffgewinde schärfere Kanten aufweisen können.
Passen alle 24/410 Verschlüsse auf jede 24/410 Flasche?
Eine übereinstimmende Gewindebezeichnung weist auf eine grundsätzliche Kompatibilität hin, garantiert jedoch weder Passform noch Dichtigkeit. Die konkrete Kombination muss geprüft werden. Die Dichtigkeit hängt von der Dichtungseinlage, dem Flaschenhals und dem Füllgut ab. Wir raten dringend dazu, die Kombination vorab mit Ihrem spezifischen Produkt zu testen. Nur so stellen Sie fest, ob das System auch beim Transport oder unter Druck dicht bleibt.

Weitere Informationen finden Sie hier: Schraubverschlüsse.
Wie finde ich das richtige Gewinde für meine Flasche?
Messen Sie den Aussendurchmesser (T-Mass) und den Kerndurchmesser (E-Mass) mit einem Messschieber. Gleichen Sie diese Werte anschliessend mit den gängigen Normtabellen ab. Bei Unsicherheiten hilft eine Musterbestellung bei Bottleshop zur physischen Prüfung, um Fehlkäufe zu vermeiden. Testen Sie die Passform direkt mit dem vorgesehenen Verschluss.

Weitere Informationen finden Sie hier: Musterbestellung.

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